Schlagquartett Köln

 

 

 

 

 

 

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Guo Wenjing (1956)

Um nicht auf der Strasse zu verlottern, brachte er sich selbst das Geigenspiel bei. Die Musik half Guo Wenjing, 1956 in Sichuan, einer Provinz im Südwesten Chinas geboren, über vieles hinweg. Während der Kulturrevolution beschäftigte er sich intensiv mit der Volksmusik und den Schamanenritualen seiner Religion, die einen großen Einfluss auf seine frühen Werke ausübten. Von 1970 bis 1977 war er Violinist und Schlagzeuger in der städtischen Musik- und Tantgruppe von seiner Heimatstadt Chongqing, ehe er 1978 ein Kompositionsstudium am Pekinger Zentralkonservatorium begann. Seit 1990 hat er dort eine Professur; 1998 übernahm er die Leitung der Abteilung für Komposition. Guo Wenjing ist stark in der traditionellen chinesischen Musik verwurzelt. Gleichwohl will er mit seinen Arbeiten Barrieren brechen und Grenzen sprengen. Davon zeugen seine Symphonien, Konzerte und Kammermusik, die in China und den USA viel Beachtung fanden. In Europa wir der Komponist in erster Linie über seine Bühnenwerke wahrgenommen: der Kammeroper Wolf Club Village, die 1994 in Amsterdam uraufgeführt wurde, und die beiden, von einem berühmten chinesischen Gemälde inspirierten opern Night Banquet I&II.

Drama Op.23 (1995)

"Erst seit ich "Drama" komponiert habe, sind die traditionellen Möglichkeiten dessen, was auf Chinesischen Becken möglich war, ausgeweitet. Vorher gab es nur drei Spielweisen - Spielweisen, die - bei Ausschluss aller anderen - Tausende von Jahre hindurch in Gebrauch geblieben waren. Auf diese Weise hatte ich in diesem Stück versucht, die Becken zu einem Instrument von beträchtlicher Ausdrucksfähigkeit zu machen. Ein wichtiger Schritt vorwärts. Trotzdem muss ich zugeben, dass die Komposition von DRAMA leicht war. Der dritte Satz zum Beispiel war innerhalb von zwei Stunden beendet." (Guo Wenjing)

Der chinesischen Überlieferung zufolge sind Atmung und Rhythmus untrennbar miteinander verbundene Begriffe. Tao, Yin und Yang dienen der Ordnung, während uns daneben das Rhythmusgefühl erlaubt, das Zusammenwirken von Zeit, Raum und Zahlen wahrzunehmen.

In "Drama" benutzt Guo Wenjing drei Paare Chinesischer Becken. Von den größten bis hin zu den kleinsten, von volltönigen bis zu schrillen: Chuan Bo (die Szechuan-Oper), Nao Bo und Xiao Bo (die Peking-Oper). Die Instrumente in aller drei Paare haben unterschiedliche Tonhöhen. Das Vorwort zur Partitur erläutert nicht weniger als dreißig Spielweisen: normal, mit umgekehrten Becken, aufrecht stehend, mit dem Trommelschlägel am Rand oder in der Mitte angeschlagen, vor der Brust oder auf den Knien gehalten... Guo Wenjing schreibt eine Anschlagsart des oberen von zwei Becken mit einem Schlägel vor: das untere wird so schnell und dicht wie möglich in dessen Nähe gehalten und ein Vibratoeffekt entsteht. Neben diesen Spielweisen bringen alle drei Instrumentalisten auch Schreie, Seufzer, Glissandi, Zungenschnalzen und Falsettlaute hervor.

"Drama" ist in sechs Sätze mit klar definierten Konturen unterteilt. Der erste, in einem schnellen Tempo, schichtet das Duo zweier hoher Beckenpaare über Chuan Bo. Im noch schnelleren zweiten Abschnitt wird eine einzelne melodische Linie auf alle drei Instrumentalisten verteilt. Der dritte Teil untersucht die individuellen Qualitäten der sechs Becken in einem einzigen Rhythmus von zwei Breven, zwei doppelten Ganzen Noten. Nao bo stellt die Keimzelle des vierten Abschnittes vor, die dann außer Phase gebracht wird. Der fünfte Abschnitt, senza tempo, wechselt metrisch ungebundene Musik mit einem genau ausgearbeiteten Kontrapunkt für Instrumente und Stimmen ab, bevor der sechste - abgesehen von einem Mittelteil aus wenigen Takten - allmählich zu den Prinzipien des zweiten Abschnittes zurückkehrt. Am Ende steht eine letzte fortissimo-Geste.

Parade, Op.40 (Xuan) für 6 Peking-Oper Gongs (2003)

"The word xuan has two meanings - it means glitter as in shiny metals; it also implies "showing off", as in performers exhibiting their talent. Parade is a sister work to my 1995 percussion trio, Drama (Xi)"
(Guo Wenjing)

 

 

 

 

 

 

 

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  von HYPERWERK 2002