Schlagquartett Köln

 

 

 

 

 

 

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Johannes S. Sistermanns (*1955 Köln)

  • 1964-1974 Akkordeon- und Klavierunterricht bei Hans Allmer
  • 1976-1984 Studium an der Musikhochschule Köln
  • 1976-1981 Rhythmik bei Holmrike Leiser, Klavier bei Klaus Runze (Examen zum Staatlichen Musiklehrer)
  • 1980-1984 "Neues Musiktheater" bei Mauricio Kagel (Diplom)
  • 1977 Dreimonatiger Aufenthalt in Kalkutta und Benares (Studien im traditionellen indischen Gesang)
  • 1979-1981 Unterricht in Obertongesang bei Jochen Vetter und Sprechausbildung bei Margot Tomek-Ziegler
  • 1984-1989 Musikwissenschaftsstudium an der Universität Osnabrück (1989 Promotion zum Dr. phil. mit der Dissertation "Medienspezifische Regiekonzepte zur Visualisierung von Oper im Fernsehen")
  • 1991/1993/1998 Referent bei den medienwissenschaftlichen Symposien des I.R.T.E.M. in Rom
  • 1991/1992 Einjähriger Arbeitsaufenthalt in Paris
  • 1993 Gründungsmitglied und seither Kurator der intermedialen Kooperative "Übergangsraum e. V." in Köln
  • seit 1993 Gastvorlesungen an Musik- und Kunsthochschule/Universitäten Adelaide, Tokyo, Kyoto, Mulhouse, Paris, Strasbourg, Köln
  • 1994/1995 Lehraufträge an der Fachhochschule Düsseldorf (Fachbereich Architektur) und der Fachhochschule Köln für Design
  • 1995 Dreimonatiger Arbeitsaufenthalt/Performances in USA
  • 1995/1996 Gesangsstudien bei Stephen Cheng (New York) "The Tao of Voice"
  • 1997/1998/2000 Mehrmonatige Arbeitsaufenthalte/Performances in Australien
  • seit 1997 Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für elektroakustische Musik (DEGEM)
  • 2001 Viermonatiger Arbeitsaufenthalt in Japan

I thought I saw you

Hörstück/Film/Video/Szene
für
Live-Elektronik
Videos
4 Monitore
4 Percussionisten
Stimmen
elektroakustische Komposition

Nach der Textlektüre
I thought I saw you
von Iain Crichton Smith

Exposé:

Grundsätzlich: Mich interessiert nicht die Virtuosität und glänzende Oberfläche jedes Mediums, dass hier beteiligt ist. Ich suche mit allen beteiligten Medien das hinter allem Wahrnehmbaren und ästhetisch Formulierten Vibrierende, mich Berührende. Ich suche durch die verwendeten Medien eine menschliche Existenz spürbar zu machen, etwas zu beschreiben, dass man geglaubt hat zu sehen, vorbei zu huschen, zu dem man eine liebevolle Beziehung haben könnte - in Klang, Gestik, Bild,Stimme - in der Stadt, in der Nacht einer Stadt.

I thought I saw you ist eine auditiv-visuelle Komposition im intermediären Bereich von Hörstück/Film/Video/Szene. Das Monitorbild ist ein stummes Bild. Der erzeugte Klang wird nie Bild. Zwischen Abstraktion und Konkretion changieren Bilder und Klänge, live gespielt auf den Monitoren, live-elektronisch verarbeitet und im Studio vorproduziert, die einander nicht herleiten noch begründen. Monitor wird Instrument, Videobild wird Partitur (es gibt keine Partitur mehr aus Papier), Monitorglas- und Gehäuseoberfläche wird bespielte Klangfläche.
Allein der materiale Klang der spielenden Musiker erzeugt den Eindruck, als umspiele man akustisch einen Körper, eine menschliche Existenz. Das Bild umspielt einen menschlichen Körper, körperliche Gesten, als habe man jemanden gesehen.

Die visuelle Nähe im Videobild entspricht dem immer nahen Stimmklang des vor der Aufführung produzierten Tonbandes, was als Zuspiel während der Aufführung läuft und in der Hörspielfassung wiederum die Grundlage bildet. Nachher wird im Studio aus dem gesamten Klangmaterial der Aufführung eine mehrkanalige Tonspur erarbeitet, die dem Aufführungsvideo unterlegt wird und so gleichzeitig aber disparat zueinander abläuft und es soll ein radiophones Hörstück hergestellt werden.

Eine Stadt in ihren Bildern, Nacht/Tag

Audio/Monitor/Percussionisten

-Die akustische Komposition ist eine Mischung aus dem aufgenommenen Klang während der Videoaufnahmen und der von Percussionisten gespielten Videos d.h. gespielter Bildoberflächen, auf Glas, dem Gehäuse des Monitors, TV- Gerätes.
-Spielklänge werden live-elektronisch verstärkt im Raum über 4 Lautsprecher wiedergegeben.
-Stimmen, vorher im Studio aufgenommen, sprechen den Text von Iain Crichton Smith sehr leise, entspannt. Teile des Textes werden im Studio klanglich weiterverarbeitet.
-live-Elektronik durch Audio-Designer
-Klangregie des Komponisten.

Video/Monitor/Percussionisten

Bewegte Schwarze Bilder, mal von einigen, mal von vielen Farben, Beleuchtungen einer Grossstadt, aus fahrenden Autos, Bussen, Zügen, Fahrstühlen, als Fussgänger durchquert.

-Partitur ist das Videobild.
-Monitor ist Instrument.
Glasoberfläche, Gehäuse, Haltekonstruktion des Monitors sind Spiel- und Klangfläche.
Auf ihnen wird gespielt getrommelt gekratzt gerieben.

Sie spielen vornehmlich auf den hellen/dunklen Flächen, sprich beleuchteten/unbeleuchteten Momenten der Stadt, so wie ein Auto durch das Bild fährt , folgt er ihm, so wie ein Wolkenkratzer mit seinen unterschiedlich beleuchteten Fenstern auf dem Bildschirm auftaucht, spielt er hierauf. Stadtraster, Strassenraster, links-rechts Verkehr, und vor allem Farben. Mit jeder Farbe geschieht etwas anderes.

-Schaufenster/Ampeln/Autolichter/Wohnungsbeleuchtungen/Zahlen/Buchstaben etc. sind Elemente.

-Dann das Verschwinden des Video-Bildes, das plötzliche, stellenweise Stehenbleiben eines Bildes, das ganz schwarze Bild, slow motion, springen zu jedem 5. aufgenommenen Bild, Bildteilungen, Bildauffüllungen, auslaufendes Bild, springen zwischen Farbe und Schwarz-Weiss, Zeitraffer, schnelle Bildschnitte, Bildüberlagerungen, Bildteilungen, evtl Arbeiten mit Fotos, Stills, etc.

Szene/Monitor/Percussionisten

-4 Monitore normaler Grösse hängen von der Decke herunter, halbkreisartig,
-Percussionisten stehen vor dem Bild in Augenhöhe.
-4 Videos laufen gleichzeitig ab.
-Die Percussionisten spielen immer wieder mit unterschiedlichem Papier vor der Bildfläche und im Raum. Das Papier (Entwurfs- Skizzen-, weisses Papier, Buntpapier) in den Händen der Percussionisten ist z. T. mit Kontaktmikros verstärkt und verändert durch das Klappen vor die Glas-Monitoroberfläche des ablaufenden Videos das eigentliche Videobild noch einmal.

-Bühne als Guckkasten-Bühne ist aufgehoben. das Publikum bewegt sich frei im gesamten Raum. Eine noch festzulegende, raumabhängige Anzahl von Monitoren sind mit der Bildfläche gegen die Decke, gegen die Seitenwände und zum Boden gerichtet. Sie sind die einzigen Lichtquellen für diesen Raum.

Am Ende sollten sich alle Monitore, die in Richtung Wand, Decke und Fussboden gerichtet sind, mit der Bildfläche weg vom Raumrand in ihrer Aufhängung nach innen, zum Publikum und den Musikern drehen und für eine kurze Zeit in vielfach wechselnden Bildern ein visuell massives Bildende markieren.

-Eine Stimme geht nach dem Black out aller Monitore im Dunklen für 1Minute weiter.
Ende.

Text:

I thought I saw you

I thought I saw you on the street just now
in your biscuit-coloured slacks
It wasn/'t you
Nothing will ever die, not even lies.
The taxi's meter clicked. There was a view
of Glasgow's ruinous land of green und blue.
When will the heart learn better enterprise?
Hotels receive me. What receives your ghost?
What elevator, station, road or slum?
The mind has tricks that we are desperate for.
How can we turn away? There is no home
other than it, and where you go or come
is here or elsewhere but is always here.

Iain Crichton Smith

in: Love Poems& Elegies Victor Gollancz Ltd. 1972

Videokünstler:

Jordan Crandall

Christian Deutsch

Tim Etchells

Augustin Gimel

Gudrun Kemsa

Anja Krautgasser

Lilo Mangelsdorf

Almut Middel

Karen Mirza/Brad Butler

Künstler/Technik/Raum

Raum: Festivalhaus Hellerau bei Dresden, Sachsen
Technik: Video- + Audioanlage (vor Ort auszuleihen)
Audio-Designer/Live-Elektronik
Monitore: Ca. 15 Monitore, 4 zum Bespielen, 11 für das Raumlicht
Vorprod. 4kanalige Raumkomposition

Videokünstler: 7

Tonband/Komposition/ Klangregie: J. S. Sistermanns

Sound-Design: Jay Schwartz

Solisten: Schlagquartett Köln

-Dauer: ca. 30 Minuten

I thought I saw you wurde am 8.10.2001 innerhalb der ‚Tage für zeitgenössische Musik Dresden' im Zentrum für zeitgenössische Musik Dresden' uraufgeführt.
Dieses Stück wurde mit einer Anerkennung der Jury um den Preis ‚Blaue Brücke' 2001 ausgezeichnet.

mehr Informationen über Johannes S.Sistermanns: www.sistermanns.eu

 

 

 

 

 

 

 

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