Schlagquartett Köln

 

 

 

 

 

 

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Dieter Schnebel

Komponist und Musiktheoretiker, geboren 1931 in Lahr/Baden. 1949-55 Studium der Musik und Musikwissenschaft, der Theologie und Philosophie (Freiburg/Tübingen). 1975-76 Pfarrer, Religions- und Musiklehrer (Kaiserslautern, Frankfurt, München). Seit 1976 Professor für Experimentelle Musik und Musikwissenschaft an der Hochschule der Künste Berlin.

Zeitstücke (1990)

Diese quasi-Miniaturen für Schlagzeug gehören ursprünglich zur "Sinfonie X" und bilden dort Zwischenstücke zwischen Grossteilen, sozusagen auskomponierte Fermaten. Tatsächlich sind es Zeit-Stücke ohne Richtung und Entwicklung, statisch-"zeitlos". Die Formen wurden rein graphisch gebildet, als musikalische Zeichnungen, deren dynamische oder rhythmische Linien die Strukturen des berühmten Steingarten des Rioan-shi in Kyoto abbilden und zwar in immer neuen, insgesamt acht Aspekten. Insofern formen die "Zeitstücke" ein selbständiges, freilich auch loses Ganzes. Die vier Schlagzeuger mögen sich in den vier Ecken des Saals postieren, so dass das Publikum eine Quadrophonie wahrnimmt.

Dieter Schnebel

Uraufführung am 10. März 1996 in Recklinghausen, Schlagquartett Köln

Bauernszene (1992)

Es handelt sich um ein Stück für Teller, Gläser, Flaschen, Besteck. Der Tisch steht wie für eine Mahlzeit bereit - ohne Essen.

Die Musik spielt sich hauptsächlich ab in den Rollvorgängen der Teller, auch in schlagzeugartigen Aktionen - und in solchen der Stimmen. Immer wieder setzen die Aktionen nacheinander ein, so dass die Musik einen kanonisch strengen Charakter erhält.

Indessen ist sie grell, laut und bewegt, enthält auch einiges Geschrei.

Das Stück gehört zu den "Museumsstücken I", einem Zyklus von Klangbildern, die Genretitel tragen, zB. "Veduten", "Waldstück", "Seebild", "Triptychon" - wie die Tafeln, die in einem Museum an den Wänden hängen. Die "Bauernszene" ist eine Art musikalischer Breughel.

Dieter Schnebel

Für 1 / Für 2 (1986/93)

Es handelt sich um eine Schlagzeugimprovisation, wobei "für 1" schlicht ein Instrument bedeutet, auf dem lang andauernde Klänge verschiedener Farben erzeugt werden (z.B. Tamtam) und "für 2" zwei Instrumente mit kurzen Klängen (z.B. Tomtoms).
Vorgegeben sind Modelle, welche immer wieder in neuen Varianten zu spielen sind, so das ein Identisches in stets anderen Farben erstrahlt, auch sich verwandelt, ohne sein Wesen zu verlieren. Da die Materialien aus punktartigen Klängen verschiedener Dauer besteht, ergibt sich ein Prozess gleichsam aus Interpunktionen, und darin, dahinter, dazwischen eine imaginäre Textur. Gewissermassen sind die Schlagzeugereignisse die Ränder einer rauschenden Stille. Das Stück ist Ernstalbrecht Stiebler zum 60. Geburtstag gewidmet.

Dieter Schnebel

Uraufführung am 16. Dezember 1995 in Köln, Schlagquartett Köln

Zahlen mit Münzen (1972)

Das Stück gehört zur Reihe ANREGUNGEN aus dem Komplex SCHULMUSIK. Es will in der Tat anregen zu fantasievollem Umgang mit den Klangdingen Münzen. Aber es verdankt sich auch einer Anregung. Ähnlich wie Schönberg seine Harmonielehre (s. die Widmung) habe ich das Stück von meinen Schülern gelernt, die zum Zeitvertreib - hier und da auch um die Lehrer zu ärgern - auf und unter der Bank Münzen rollen liessen, und dies mit sehr viel Klangsinn und sportlichem Ehrgeiz: wie stellt man es beispielsweise an, das eine Münze möglichst lange rollt?

Nun, Münzen haben mit Zahlen zu tun, und so ist denn die Komposition in hohem Maße eine von Anzahlen der Münzen, die zu rollen, zu setzen, zu schütteln wären, usw. Natürlich sind Münzen aber auch Geld, mit dem man zahlt. Das geschieht hier allerdings nur symbolisch, wie in diesem Stück eben mit Geld nur gespielt wird. Aber solches eher heitere Spiel mag hinausweisen auf eine Realität, in der es halt immer noch ums Geld geht. Indes ist das harte Geld in seinem Wert meist gering, und so geschieht das Zahlen mit kleiner Münze, freilich mit und als Kunst.

Dieter Schnebel

mehr Informationen über Dieter Schnebel: www.schott-international.com

 

 

 

 

 

 

 

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