Schlagquartett Köln

 

 

 

 

 

 

Aktuell

Ensemble

Mitglieder

Repertoire

CDs

Presse

Stimmen

Bilder

Texte

Kontakt/Impressum

Links

 

Gerard Grisey

zur Biografie: http://de.wikipedia.org/wiki/Gérard_Grisey

Le noir de l’étoile (1989/90)

In Le noir de l’étoile für sechs Schlagzeuger und räumliche Projektion astronomischer Signale sieht die Partitur eine kreisförmige bzw. ovale Positionierung der Perkussionisten um das Auditorium vor. Bereits der Beginn des Stückes liefert ein beeindruckendes Beispiel polymetrischer Raummusik.Der kanonähnliche Einsatz von Spieler 1 bis 6 erschließt um die Zuhörer sukzessive einen Klangraum, bis sie schließlich von einem rhythmisch polyphon pulsierenden Gebilde umgeben sind, das seine Komplexität auch aus den individuellen Metrumangaben [Schlagzeuger 1: Viertel = 45, Schlagzeuger 2: Viertel = 60, Schlagzeuger 3: Viertel = 75, Schlagzeuger 4: Viertel = 90, Schlagzeuger 5: Viertel = 105, Schlagzeuger 6: Viertel = 120] der Perkussionisten bezieht. Im weiteren Verlauf des Stückes finden die Interpreten zu einem gemeinsamen Metrum, die rhythmische Vielfalt ist nun auskomponiert.Der Titel des Stücks gibt den Hinweis auf eine Raumkomposition der anderen Art. In die Komposition integriert erklingen aufgezeichnete Pulsationen von schnell rotierenden Neutronensternen mit oft geringem Durchmesser [ca. 30 km] und hoher Masse, den sogenannten Pulsaren. Die durch die Rotation erzeugten Radiowellen können mit Radioteleskopen empfangen,die Wellen umgewandelt und als Pulsation hörbar gemacht werden. Ein kurzes Vorwort von Jean-Pierre Luminet zur Komposition liefert die wissenschaftlichen Daten. Der erste zu hörende Pulsar heißt »Vela«,dreht sich 11mal pro Sekunde um sich selbst und ist das Produkt einer vor ca.12 000 Jahren explodierten Supernova. Der zweite ist nach seinen Koordinaten im Weltraum benannt: 0329+54, hat eine Rotationsrate von 1,4mal pro Sekunde und entstammt einer vor ca. fünf Millionen Jahren explodierten Supernova. Seine Radiowellen brauchen 7500 Jahre, um zur Erde zu gelangen. Griseys Komposition öffnet sich Klängen des größten Raumes, den wir kennen, dessen Ausmaße unsere Vorstellungskraft bei weitem übersteigt. Die Klänge selbst aber, die diesen unvorstellbar großen Raum durchmessen haben, sind für uns wahrnehmbar.

 

 

 

 

 

 

 

Top

 

 

 

 

 

 

  von HYPERWERK 2002