Schlagquartett Köln

 

 

 

 

 

 

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Vinko Globokar (*1934 in Anderny)

Vinko Globokar wurde 1934 in Anderny (Frankreich) geboren. Vom 13. bis zum 21. Lebensjahr lebte er in Ljubljana (Slowenien), wo er als Jazzmusiker debütierte. Danach studierte er Posaune am Conservatoire in Paris (Diplom in den Fächern Posaune und Kammermusik), Komposition und Dirigieren bei René Leibowitz und Kontrapunkt bei André Hodeir. Er war auch Schüler von Luciano Berio.
Globokar war der Solist zahlreicher Uraufführungen von Werken für Posaune von Luciano Berio, Mauricio Kagel, Karlheinz Stockhausen, René Leibowitz, Louis Andriessen, Toru Takemitsu, Jürg Wittenbach und anderen.
Eigene Werke wurden unter seiner Leitung unter anderem vom Orchester des Westdeutschen Rundfunks, den Orchestern von Radio France, Radio Helsinki und Radio Ljubljana sowie den Philharmonischen Orchestern Warschau und Jerusalem aufgeführt.
Von 1967 bis 1976 war Vinko Globokar Professor an der Musikhochschule Köln. Er gehörte zu den Gründern der 1969 entstandenen Gruppe für Improvisation New Phonic Art und war 1973 bis 1979 Leiter der Abteilung Instrumental- und Vokalforschung am Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (IRCAM) in Paris. Von 1983 bis 1999 arbeitete er als Lehrer und Dirigent für Musik des 20. Jahrhunderts mit dem Orchestra Giovanile Italiana di Fiesole (Florenz).

Porträt:
Als Komponist schien Vinko Globokar aus dem Nichts gekommen zu sein. Sein Erstlings-Werk "Voie", das der 32-jährige Posaunen-Virtuose 1966 vorlegte, trägt bereits alle Merkmale eines großen Werkes. Und die klingenden Bedeutungen, die das französische Wort "voie" enthält, sind bis heute charakteristisch für Globokars kompositorisches Œuvre geblieben. Weg, Fährte, Spur: Stets hat er seinen eigenen Weg jenseits der Avenuen gesucht, die gerade in Mode waren. Die Stimme: Auf höchst eigenartige Weise, durch Verschmelzung von Spielen, Sprechen und Singen, hat er demonstriert, daß Musik eine Sprache ist. Der Laut des Erschreckens: Er ist, bei allen übrigen poetischen Qualitäten, der Grundton in den meisten seiner Stücke. Das glatte Funktionieren von Instrumenten hatte Globokar als Musiker in den unterschiedlichsten Stilen so perfekt gelernt, daß es sein dauerhaftes Mißtrauen gegen alle Konventionen erweckte. Sein unverwechselbarer Beitrag zur neuen Musik ist das ingeniöse Umfunktionieren klassischer Instrumente oder auch nichtmusikalischer Objekte. Und in seinen ersten Pariser Jahren hat Globokar rasch begriffen, daß auch die Realisation von Musik durch mehrere Interpreten ein höchst komplexer Prozeß sozialer und psychischer Kommunikation ist. Dies bildet ein weiteres Zentrum seiner Inspiration.
All das findet freilich nicht im Reservat ästhetischer Glasperlenspiele statt. Globokars Musik nimmt die Welt in sich auf, um sie zu verändern. Funktion heißt sein Schlüsselwort, das für die Mittel wie den Zweck gilt. Über alle sinnlichen Erfahrungen hinaus sollen Globokars archetypischen Themen wie Macht, Emigration, Widerstand jene Nützlichkeit besitzen, die man vormals Aufklärung nannte. Voraussetzung dafür ist die Zurücknahme des eigenen Ego. Sie gelingt nur dem, der wirklich etwas zu sagen hat. Größe hat Globokars Œuvre nicht zuletzt im Mangel an Eitelkeit, Geschwätzigkeit und Brimborium.

Quelle: Ricordi (Portrait:Werner Klüppelholz)

Tribadabum extensif sur rhythme fantôme (1981)

  • TRI- Drei Soloschlagzeuger oder drei Schlagzeuggruppen. Drei Instrumentenfamilien: Felle, Hölzer, Metalle. Drei Dichte-ebenen: die fortlaufend komplexe, die periodische, die fortlaufend einfache.
  • BADABUM- Terminus, der die rhythmische Verkettung der Schlagzeugklänge ("primitiv") bezeichnet, der aber auch die physische Freude am Schlagen beschreibt.
  • EXTENSIF- Das Stück kann im Konzert von einem Schlagzeugtrio gespielt werden, kann aber auch in kleinerer oder grösserer Besetzung realisiert werden. Die Komposition kann auch im Freien oder auf der Strasse aufgeführt werden, auf den Stockwerken eines Wohnhauses,in einem Wald.
  • SUR RHYTHME FANTÔME- Der durchgängige 12/8tel-Rhythmus wird einzig und allein von den drei Solisten befolgt. Dieser Grundrhythmus ist einheitsstiftendes und synchronisierendes Element der Gesten und Aktionen der drei Solisten.
  • BADABUM- richtet sich eher an Schlagzeuger, während die drei Solisten im "rhythme fantôme" die Objekte verrücken, hinwegpusten, ersticken, aufgreifen, zum explodieren oder in Bewegung bringen; Objekte, die oftmals dem Instrumentarium eines Schlagzeugers fremd sind.

Vinko Globokar

mehr Informationen über Vinko Globokar: www.ricordi.de

 

 

 

 

 

 

 

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  von HYPERWERK 2002